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D’r Schultes, sei Goldschatz Carina ond OB Richard

„Waldstetter G’schichta ond Bauboom“ / Ratschläge zum Wassersparen - Bericht vom Wäschgöltenball

Wäschgöltenball 2014

Eine gute Kondition brauchte man bei der fünfstündigen Programmfasnacht, beim Wäschgöltenball, am vergangenen Freitag, die angesichts des abwechslungsreichen 20-Punkte-Programms alle Narren eindrucksvoll bewiesen. So war es nach viel Gold-Carina, „Wäschgölt ahoi“ und „Stuifa hau-ruck“ nicht verwunderlich, dass bis zum abschließenden Luftballonregen in der Stuifenhalle überhaupt keine Langeweile aufkam.

Was die Programmfasnacht so außergewöhnlich macht, ist die Tatsache, dass das ganze Programm „hausgemacht“ ist: man braucht keine auswärtigen „Künstler“. Das Ambiente stimmte: die tadellose Bewirtung des Heimatvereins, die professionelle Licht- und Tontechnik durch StuifenSound und die pfiffige Dekoration durch Vera Nuding, Ewald Hägele und Präsident Martin Ehmann. Die Moderation lag in den Händen der erfolgreichen Debütanten Steffi Ritzer und Markus Hofele sowie den „alten Hasen“ Helmut Herkle, der schon im „Vorspiel“ zusammen mit den „Madows“ das Publikum in Stimmung brachte, und Karl Schleicher. Wie immer brillierten die annähernd 60 Tänzerinnen der vier Tanzgarden – die Minis, die Hopfdohla, die Teenies und die Jungwäschweiber – mit choreographisch und tänzerisch anspruchsvoll und mit fetziger Musik. Nach einjähriger Babypause wirbelten die Mgeapearls über die Bühne und zeigten in bezauberndem Outfit und mit schmissiger Musik, dass sie wertvolle Showtanzperlen der Wäschgölten sind. Von den Fans bejubelt wurden auch die Männerballettformation der Wißgoldinger und Waldstetter Fasnacht, die ihre Zugehörigkeit zur Spitzengruppe der Männerballette eindrucksvoll unter Beweis stellten. Die Stuifahexa standen als immer wieder gern gesehene Gäste den anderen Tanzgruppen in nichts nach und durften wie alle anderen im verdienten Beifall baden. Das Wißgoldinger Prinzenpaar mit Hofkapelle, Hofstaat und Stuifenrat sorgten für prächtige Stimmung im Saal. Prinz Laura I. und Prinz Simon I. rieten Schultes Michael Rembold, Ungarisch zu lernen, bevor er dort vor die geliebte Fernsehkamera tritt. Selbstbewusst konstatierten sie „Ohne Wißlenger goht en Waldstetta nex, für da Wortgottesdienst brauchat Ihr da Pfarrer ond au d’Ministranta aus Wißlenga“. In Anlehnung ans Wäschgöltengässle forderten beide eine „Wißlenger Prinzenpaar-Allee“.

Eine Wäschgölten-Modeschau von Oberwäschweib Susanne Kessler und ihren Wäschweibern rief wahre Beifallsstürme hervor. Karl Lagerfeld, von Thomas Simmler glänzend imitiert, stellte neben kesser Nachtwäsche, eleganter Abendmode und ProWin-Home Collection unter dem Motto „Es lebe der Sport“, auch Sportmode vor, etwa die Skimode vor 80 Jahren. Die Models waren einfach zum Brüllen. Büttel Ingo Nuding war wie immer das Jahr über in den Waldstetter Gassen unterwegs. Er verglich die Kostenexplosion beim Kindergarten St. Meinrad mit dem Berliner Flughafen, und monierte in gelungenen Reimen, dass in Klements Hofladen viel, aber nicht viel aus Waldstetten angeboten werde. Er bescheinigte der Feuerwehr, wegen jedem „Furz“, in diesem Fall ein Fuchs in einem Schacht, auszurücken und freute sich, dass aufgrund des Anschlusses der Kläranlage Wißgoldingen an Salach das Feierabendpils der Männer durch die Nieren und `s Schwänzle nun endlich in die Fils fließt. Vizepräsident Thomas Simmler war in seiner gesungenen Hommage: „Spitze bisch, Carina!“ mächtig stolz auf die Waldstetter Olympiasiegerin. Er besang – wie alle seine Beiträge selbst getextet – außerdem den Winter, der keiner war, die Fasnacht als die geilste Zeit und den Waldstetter Bauboom, zum Beispiel den „Lukullus-Tempel vom Maxabeck“. Auch die mit Imker Helmut Herkle als Bienen Maja daherkommenden Urwäschweiber beschäftigten sich nach den Texten von Ehrenpräsident Karl Schleicher mit dem Bauboom in Waldstetten, das sie in Manhattan umbenannten. Sie stellten genüsslich fest, dass sich der Schultes so über seinen Goldschatz Carina gefreut habe, dass er beim Empfang für die Sensationssiegerin den Gmünder OB ziemlich „alt“ aussehen ließ und selbstsicher verkündete, dass Gmünd bei Waldstetten liege, worauf der „liebe Richard“ schier einen Ohnmachtsanfall erlitten habe. Zum jährlich teurer werdenden Wasser und den Sparmöglichkeiten hatten sie interessante Ratschläge parat: Wäscha am Waldsteter Bach, aufs Klo goht ma em Rothaus ond „d’Menner machat em Garta ihr Rolle“. Bevor beim Finale das Waldstetter Nationallied „Trink,lach,sing“ erklang, stellte sich die Guggamusigg Lachabatscher in ihren neuen, wunderschönen, aufwändig und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Kostümen unter dem Motto „Steampunk“ vor, eine Reminiszenz an das viktorianische Zeitalter mit viel Dampf- und Zahnradtechnik.