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Dr Schultes als Ersatzpfarrer von dr Reiterles-Kapell

Schrille Urwäschweiber sorgen für Begeisterung / Wäschgöltenball in neuem „Kleid“

Urwäschweiber

„In neuem Kleid und frischem Glanz, mit Bar, Programm, Musik und Tanz!“ Das Motto des vom verjüngten Organisationsteam neu strukturierten 14. Wäschgöltenballs am Samstag in der vollen Stuifenhalle war Programm. Es gab mehr Tanzpausen, eine neu organisierte Bar und einen geänderten Programmablauf. Die schrillen Urwäschweiber sorgten für Begeisterungsstürme und Schultes Michael Rembold wurde zum Ersatzpfarrer der Reiterles Kapelle.

Steffi Ritzer und Markus Hofele führten scharmant, gut gelaunt und in jeweils passendem Outfit durchs Programm mit lauter einheimischen Aktiven. In einer Ouvertüre ehrten sie im Kostüm der Wildecker Herzbuben die seitherigen Organisationschefs des Balls, Helmut Herkle und Karl Schleicher, die als „Waldstetter Herzbuben“ große Erfolge feiern konnten. Mit viel Hallo und „Wäschgölt ahoi“ wurde die Oberwäschweiber-Doppelspitze Claudia Schlosser und Nataša Wendl-Putrih vorgestellt. Für den gelungenen Service sorgte in gekonnter Weise der Heimatverein, die musikalische Umrahmung lag in den bewährten Händen der „Madows“. Dazu trug nicht unwesentlich die Guggamusigg der Wäschgölten, die Lachabatscher, mit dem Motto „Steampunk“, unter Leitung von Kathrin Möller bei. Natürlich durfte eine mit „Stuifa hau“ auch lautstarke Abordnung der Wißgoldinger Faschingskampagne nicht fehlen: Angeführt vom Prinzenpaar Laura und Simon nebst Hofdamen, Hofstaat, Stuifenrat und Stuifahexa rockte die Hofkapelle mit Volker Pitzal die Halle. Die üblichen Sticheleien – vor oder hinter dem Stuifen – gingen wie immer zwischen Berg und Tal hin und her.

Büttel Ingo Nuding berichtete wie jedes Jahr von seinem Rundgang durch die Gassen von Waldstetten, dem braven Dorf, in dem „a Fahrrad eher verroschdat als dass es klaut wird“. Ob dessen Bergpredigt von biblischem Ausmaß beim Jubiläum der Reiterles Kapelle beförderte der Büttel Schultes Michael Rembold flugs zum Ersatzpfarrer mit dem Segen von Pfarrer Geil, so dass nun geistliche und weltliche Macht in Waldstetten in „einem Rembold“ vereint sind. Natürlich bekamen auch die „Wißlenger“ ihr Fett weg, schließlich habe er hinterm Stuifen eine ganze Parade von mindestens 30 Schneefräsen in den Hofeinfahrten entdeckt. Eine Wäschweibergruppe zeigte anhand der Aktivitäten von Personen und Gruppen im Verein, wie hektisch es an Fasnacht – „a ganz ernstes Geschäft – zugehen kann. Die schrillen Urwäschweiber in Pink und Schwarz besangen zu Texten des Ehrenpräsidenten, was sie eigentlich alles tun könnten, aber doch nicht tun, denn: „Aber mir roicht’s, wenn i woiß, dass i kennt, wenn i wett, ond i dät, was i kennt, wenn des wär, was i wett…aber i will net!“ Der Saal stand kopf, als die wahrscheinlich originellste der „Uris“ selbstironisch meinte: „Leck…, isch dui Scherre a mords Gerät!“ Ob es wohl, wie angekündigt, der letzte Auftritt war?

Was Tanzgarden anbelangt, brauchen sich die Waldstetter Wäschgölten nicht zu verstecken. Bei den Minis, Hopfdohla, Teenies und Jungwäschweibern trainieren wöchentlich fast 60 Mädchen. Die hervorragenden Darbietungen waren auch das Verdienst der Trainerinnen Birgit Schleicher, Sandra Hagg und Lena Waldenmaier (Minis), Nadine Burkhardt und Jenny Ayaz (Hopfdohla), Nicole Kälin und Ines Baur (Teenies) und Debora Santangelo und Nadine Bieg (Jungwäschweibergarde). Alle Formationen gaben gerne die geforderte Zugabe. Die Showtanzgruppe Megapearls mit Nicole Kälin, Ines Baur, Steffi Ritzer, Sarah Waldenmaier, Sina Hofmann und Johanna Herkommer zeigten in Reminiszenz an den Charleston der Zwanzigerjahre, dass sie als ehemalige Gardetänzerinnen überhaupt nichts verlernt haben. Was wäre ein Wäschgöltenball ohne Männerballett. Davon gab es sogar zwei: einmal die beim Waldstetter Turnier vor einer Woche auf Platz zwei gelandeten Wißgoldinger Stuifahopfer mit ihrem Thema „Moulin Rouge“ (One night in Paris) und das seit 1985 aktive Waldstetter Männerballett mit „Las Vegas“. Gekonnte Choreographie und gute Akrobatik zu fetziger Musik begeisterten das Publikum und ließen den Saal kreischen. Traditionell haben bei den Männerballetten, wie fast überall im täglichen Leben, die Frauen das Sagen. So galt der verdiente Beifall zum Abschluss auch Kirstin Eisenmann, Maike und Kim Auer (Stuifahopfer) sowie Eva Rieger, Desiree Martin und Sabrina Lang.