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„Michi der Baumeister“ muss noch viel üben

Schultes zum Bauarbeiter degradiert/Tausend Narren beim Rathaussturm

Rathaussturm 2014

Aufgrund des Wetters etwas später als sonst spät kamen sie, aber dann in Scharen: Annähernd tausend Narren bevölkerten am gestrigen „Schmotziga Donnschtig“den Rathausplatz in Wäschgölthausen, galt es doch den obligatorischen Sieg der Wäschweiber über Schultes „Michael den Zärtlichen“ und seine Hippie-Rathausmannschaft mitzuerleben.

Nicht die Tatsache; dass wie landauf landab die Rathausstürmer den Schultes besiegen und absetzen, ist das Besondere, sondern das Jahr für Jahr andere Motto des Sturms und die Degradierung des Schultes machen den Waldstetter Rathaussturm außergewöhnlich. Selbst die neue Taktik des pfiffigen Schultes, sich mit seinem Malzéviller Amtskollegen Jean-Pierre Franoux zu verstärken, ging ins Leere: Angesichts des Waldstetter Baubooms und des irgendwann bevorstehenden Rathausneubaus wurde Michael Rembold nicht nur abgesetzt, sondern zu „Michi dem Baumeister“ degradiert, sein französischer Amtskollege fand sich als Handlanger wieder. Michi musste auf der Bühne vor dem Rathaus eine Mauer hochziehen, um beim Rathausneubau seinen Sparbeitrag zu liefern. Aber trotz gutem Willen. Er muss noch viel üben, soll er als Baumeister in die Geschichte eingehen. Schon nach der Befreiung der Schüler kidnappte die als Bautrupp verkleidete Wäschweiberschar den Schultes, der mit Oberwäschweib Susi in einer Radladerschaufel gen Rathaus gekarrt wurde. Es folgten die vereinigten Heerscharen der Wäschmänner, der Gardemädchen, der Lachabatscher und der Wißlenger Faschingskampagne. Letztes Jahr noch wilde Steinzeitgesellen, versuchten es die Rathäusler diesmal auf die sanfte Tour und kamen als Hommage an die Sechzigerjahre, als das Rathaus gebaut wurde, als lustige und friedliche Hippies daher. Den Gesetzen des „Schmotziga Donnschtigs“ folgend kannten die Wäschweiber natürlich kein Pardon und, schwuppdiwupp, die Verteidigungsstrategie brach wie ein Kartenhaus zusammen.

Büttel Ingo Nuding hatte nicht nur seine große Schell’ dabei, sondern auch eine „große Gosch“, als er vom abgesetzten Schultes bis Aschermittwoch forderte: Waldstetta isch Kendergarta-Container-Kommune, St. Meinrad muss fertig werda, d’Baura müssat Land fürs Freibad hergeba, saubere, von dr Hondsscheiße gesäuberte Stroßa ond a Quadratmeterpreis auf em Gelände von dr Alta Turnhall, den sich au a normal Sterblicher leista ko. Oberwäschweib Susanne Kessler sah den Waldstetter Bauboom im Guinessbuch der Rekorde, verfügte den Bau einer Moschee vis-à-vis vom Ski-Geiger und Penthousewohnungsbau am Kirchberg, besonders für die Wäschweiber und natürlich Carina Vogt. Sie erklärte das neue Wäschgöltengässle zu Waldstettens sündiger Meile, wo sie höchstpersönlich einen Erotikshop betreiben wolle. „Michi der Baumeister“ gestand, ganz und gar nicht „geknickt“, seine Niederlage ein und überreichte den Schlüssel. Wie meist an Fasnacht, gab es die unvermeidlichen nachbarlichen Sticheleien. Michi lobte die Aufdeckung des GOA-Klüngel-Beschiss: die Gmünder Stadtspitze mitsamt der GOA hätten sich total vergaloppiert. Und so sei Hochmut vor den Fall gekommen. Natürlich durfte sein „Goldschatz“ Carina Vogt nicht fehlen. Selbstbewusst stellte der degradierte Schultes fest, dass Waldstetten Goldgemeinde genannt werde und Gmünd natürlich bei Waldstetten liege. Unter lautem Beifall schloss Michi: „Wirklich jedem, au de Nazarener, isch jetzt sonnaklar, Carina isch net dr Gmender, sondern dr Waldstetter Star“. Gewürzt wurde das Bühnenprogramm durch die Lachabatscher, die Wißlenger Hofkapelle sowie die Gardetänze der Hopfdohla, der Teenies und der Jungwäschweibergarde. Als tausend Luftballons vom Rathaus herunterregneten, hielt es Närrinnen und Narren nicht mehr: Alles strömte zum Leberkäs vom Badmoischter Kurt und anderen Köstlichkeiten ins Festzelt, wo die Fete nahtlos weiter ging. Die Wäschweiber trieben anschließend bis spät in den Abend im ganzen Dorf ihr (Un)wesen.