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„´s Jubiläum isch vorbei ond g’holfa hot dr ganz’ Verei!“

„3 x 11 Jahre Wäschgölt Ahoi!“ hat Maßstäbe gesetzt/Kritik an Umzugsjury

Gestern Nachmittag öffneten die Wäschgölten bei Schurzwäsche und „Leichenschmaus“ das vorletzte Fenster (ein Zweitagesausflug folgt im Sommer) einer grandiosen Saison zum 33jährigen Vereinsjubiläum. Ab jetzt gibt es nur noch ein trauriges „WA“, und das bis November. Biddl Ingo Nuding brachte es auf den Punkt:“ ´s Jubiläum isch vorbei – gholfa hot dr ganz’ Verei!“ Bürgermeister Michael Rembold betonte das Generationen umfassende Wirken der Waldstetter Wäschgölten. Kritik gab es für die Umzugsjury in Gmünd.

Es gab im Jubiläumsjahr eine Menge Spaß und Freude ohne Zwischenfälle, aber viel Spaß bedeutet auch jede Menge Arbeit. Narrenbaum, Riesenwäschweib „Michaela die Zärtliche“, Matinee mit Buchvorstellung, närrische Weinprobe, Ostalb-Gardetreffen, Gugga-Gaudi, Männerballett-Tanzturnier, Fasching für Menschen mit und ohne Behinderungen, Wäschgöltenball, Wortgottesdienst und Rathaussturm, dazu Teilnahme an Umzügen und Auftritte bei Veranstaltungen im ganzen „Ländle“ und darüber hinaus: Diese Auflistung – darunter 11 eigene Großveranstaltungen – allein macht deutlich, welch ungemein großes ehrenamtliches Engagement notwendig ist, eine Kampagne und insbesondere eine Jubiläumssaison zu meistern. Dass dabei praktisch „dr ganz’ Verei’ mitg’holfa hot“, zeigt deutlich, dass die Waldstetter Wäschgölten auf gesunden Beinen stehen und sich jeder auf jeden verlassen kann.

Dies wurde nach der obligatorischen öffentlichen Schurzwäsche vor dem Rathaus bei aschermittwochlichen Leckerein im „Squash & Fit-Center“ deutlich. In heiteren Rückblicken meinte Oberwäschweib Susanne Kessler, man sei jetzt trotz aller tollen Veranstaltungen „a bissle he“. Sie würdigte neben allen Aktivitäten die Idee mit dem Riesenwäschweib als Rathauseingang, monierte allerdings, dass „Michaela der Zärtlichen“ ein passender Slip fehle. Dies möge man 2013 bitte berücksichtigen. Stellvertretend für alle Aktiven und Schaffer bedachte Susanne Präsident Martin Ehmann mit dem höchsten Lob: „Der isch Tag ond Nach bloß no g’rennt!“. Das Oberwäschweib sparte auch nicht mit Kritik. So fand sie es schade und absolut nicht gerechtfertigt, dass die mit stehenden Ovationen bedachten Wagenbauer beim Umzug in Gmünd trotz eines aufwändigen Wagens von der Jury nicht mit einem „Stockerplatz“ belohnt wurden. Auch Biddl Ingo Nuding ließ es sich nicht nehmen, schwäbisch gereimt auf das Jubiläumsjahr zu schauen. Es sei beeindruckend gewesen, wie der ganze Verein geschafft habe. Außerdem habe er beim Umzug am Fasnachtsdienstag noch nie so viele Kinder, Gardemädchen, Wäschweiber und Waschmänner von vier bis 70 Jahren „auf einem Haufen“ gesehen.

Natürlich bekam der zum Gartenzwerg „Michi“ degradierte Schultes seinen Rathausschlüssel zurück, den er, ein Bürgermeister mit Leib und Seele, wohl sehr vermisst hat. Michael Rembold betonte das Generationen umfassende Miteinander von Jung und Alt Er würdigte die überragenden Leistungen aller Aktiven, angefangen vom „Dreigestirn Plus“ – Präsident Martin Ehmann, Vize Thomas Simmler, Oberwäschweib Susanne Kessler und Biddl Ingo Nuding – über Garden, Megapearls, Männerballett, Narrenbaumsteller, Riesenwäschweib-Macher, Wagenbauer, Guggamusiker, Wäschweiber, Waschmänner, Wortgottesdienst-Vorbereitungsteam, Wäschgöltenball-Organisatoren bis hin zu denen, die den Rathaussturm vorbereiteten, durchführten und bewirtschafteten: summa summarum rund 180 Vereinsmitglieder, von denen eine Reihe natürlich in mehreren Bereichen aktiv waren. So schloss Schultes „Michael der Zärtliche“ mit einem wehmütigen „WA“ und voller Anerkennung und Stolz: „ Ihr Aktive dr Waldstetter Wäschgölta warat wieder a Wucht, ond sen natierlich fürs nächst Johr scho’ wieder bucht!“