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Wir können unsere Welt ein klein wenig verbessern

Worin besteht die wahre Größe? Wortgottesdienst der Wäschgölten

Zum 15. Mal luden die Waldstetter Wäschgölten zum Wortgottesdienst ein und wieder war die St.-Laurentius-Kirche fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Nicht nur närrisches Volk, sondern viele andere Besucher jeden Alters fühlen sich Jahr für Jahr angesprochen. Pfarrer Klaus Stegmaier sowie Pamela Rembold mit Elke Kamitz und ihrem Team beschäftigten sich dieses Jahr mit dem Thema „Wahre Größe“.

Es war ein imposantes Bild, als die Wäschgölten in ihren bunten Kostümen, die Wißgoldinger Stuifenhexen samt Prinzenpaar und Hofstaat und die Mögglauer Remsgöckel, begleitet von den Steampunk-Lachabatschern und Organist Michael Fauser in die dezent fasnachtlich geschmückte Kirche einzogen. Trotz einem Megawochenende mit Gugga-Gaudi, Männerballettturnier und Fasching für Menschen mit und ohne Behinderungen wollte keiner den gründlich vorbereiteten und niveauvollen Gottesdienst verpassen. Jedem war klar, dass Pfarrer Klaus Stegmaiers Meterstab natürlich nur die Länge, aber nicht die Größe eines Menschen messen kann. Wer ist nun groß? Ist es der als Heilsbringer gewürdigte Präsident Obama, ist es der mit vielen Erwartungen begrüßte Papst Franziskus oder ist es Miroslav Klose, einer der ganz Großen in der Welt des Sports? Wann erreicht der Mensch in seinem Lebenslauf vom Winzling über die Pubertät, das Erwachsenwerden und das Erwachsensein bis hin zu Weisheit des Alters seine Größe? Wie misst man Größe, etwa an Rekorden, Reichtum, Ansehen, Einfluss oder Macht? Das Evangelium von Johannes dem Täufer, dem Rufer in der Wüste, der nicht das Licht ist, sondern Zeugnis davon gibt und dem Herrn den Weg bereitet, weist den Weg zur wahren Größe, die immer die Größe ist, die im Herrn liegt und von ihm ausgeht.

In seiner, wie immer gereimten, Predigt stellte Pfarrer Klaus Stegmaier fest: Gott hat dem Menschen dieses einmalige Leben geschenkt, damit er es als wahrer großer Mensch lebt. Natürlich gilt Sorge dem irdischen Leben, aber nicht nur. Das Kümmern um Gerechtigkeit, das Setzen von Prioritäten, die gute Tat angesichts des Leids und Elends auf der Welt, die Barmherzigkeit und die Weitergabe der Liebe Gottes: So können wir die Welt ein klein wenig verbessern und wahre Größe zeigen. Der Prediger spannte diesbezüglich auch den nicht ganz einfachen Bogen zur Fasnacht. Wer wahre Größe wie beschrieben verstehe, stelle nicht sich selbst in den Mittelpunkt, sei gelassener, könne Fehler zugeben und könne auch über sich selbst lachen und nicht nur anderen den Narrenspielegel vorhalten. Das gemeinsam gebetete Vater unser und die Fürbitten, bei denen von Mitgliedern aller Gruppierungen der Wäschgölten Lichter für verschiedenste Anliegen angezündet wurden, hinterließen bei allen Gottesdienstbesuchern einen nachhaltigen Eindruck. Dazu trug auch die Liedauswahl nicht unwesentlich bei.